Komplettes A\*\*\*l\*\*\*, aber dass er schwul ist: Warum dieses Vorurteil endlich aus der Dating-Welt verschwinden muss

Immer wieder hört man in Dating-Chats oder unter Freunden den Satz: „Komplettes A\*\*\*l\*\*\*, aber dass er schwul ist.“ Dieser Satz ist nicht nur grammatikalisch fragwürdig, sondern auch inhaltlich ein Problem. Er verbindet eine Beleidigung mit einer sexuellen Orientierung – und das ist weder fair noch zeitgemäß. Doch warum halten sich solche Sprüche so hartnäckig, und was sagen sie eigentlich über die Person aus, die sie benutzt?

Was steckt hinter dem Satz „Komplettes A\*\*\*l\*\*\*, aber dass er schwul ist“?

Auf den ersten Blick wirkt der Satz wie ein spontaner Ausdruck von Frustration. Jemand ist genervt von einer anderen Person – vielleicht nach einem schlechten Date oder einer unangenehmen Begegnung – und sucht nach Worten. Doch die Kombination aus einer abwertenden Bezeichnung und der nachgeschobenen Information über die sexuelle Orientierung ist kein Zufall. Sie entlarvt ein veraltetes Denkmuster: Homosexualität wird hier implizit als etwas Negatives oder Überraschendes dargestellt, das die vermeintliche „A\*\*\*l\*\*\*-igkeit“ noch verstärkt.

Dabei hat die sexuelle Orientierung einer Person nichts mit ihrem Charakter zu tun. Ob jemand ein „komplettes A\*\*\*l\*\*\*“ ist, hängt von seinem Verhalten ab – nicht davon, wen er liebt. Wer diesen Satz benutzt, vermischt zwei völlig unabhängige Dinge und offenbart damit eher die eigene Unsicherheit als die des Gegenübers.

Warum solche Sprüche im Dating-Kontext schaden

In der Dating-Welt geht es um Offenheit, Respekt und die Suche nach einer ehrlichen Verbindung. Sprüche wie „Komplettes A\*\*\*l\*\*\*, aber dass er schwul ist“ vergiften genau diese Atmosphäre. Sie können verletzen, Vorurteile verstärken und dazu führen, dass sich Menschen weniger trauen, offen über ihre Identität zu sprechen.

Besonders problematisch: Oft wird der Satz gar nicht böswillig verwendet. Viele haben ihn irgendwo aufgeschnappt und plappern ihn nach, ohne über die Bedeutung nachzudenken. Doch Sprache prägt Denken. Wer Homosexualität ständig in Verbindung mit negativen Eigenschaften bringt – selbst beiläufig – trägt dazu bei, dass Vorurteile bestehen bleiben. Im Dating sollte es stattdessen darum gehen, Menschen für das zu schätzen, was sie tun und wie sie mit anderen umgehen.

Wie man besser über Menschen spricht – auch wenn sie nerven

Natürlich gibt es Situationen, in denen man sich über jemanden ärgert. Das ist menschlich. Aber man kann Kritik äußern, ohne die sexuelle Orientierung ins Spiel zu bringen. Statt „Komplettes A\*\*\*l\*\*\*, aber dass er schwul ist“ könnte man sagen: „Er war wirklich unhöflich“ oder „Das Verhalten fand ich daneben“. Das ist klarer, ehrlicher und verletzt niemanden unnötig.

Wer bewusst auf solche Formulierungen verzichtet, zeigt Haltung – und macht die Dating-Welt ein Stück besser. Denn am Ende zählt nicht, wen jemand liebt, sondern wie er andere behandelt.

Denk beim nächsten Date oder Chat einmal bewusst darüber nach, welche Worte du benutzt – und ob sie wirklich das aussagen, was du meinst. Teile diesen Artikel, wenn auch du findest, dass sexuelle Orientierung kein Bewertungskriterium ist. Перейти к подборке →